Katharina Gerold · Bildhauerin


Katharina Gerold kommt aus der Architektur und da sind Räume und Perspektiven als Sujets naheliegend. Aus dem „harten“ Ton schälen sich die Figuren. Emotionale Biographien als Profile begegnen einem wie Personen, die unvorhergesehen aus dem Dunkel eines sakralen Raumes auftauchen und plötzlich, schweigend, vor einem stehen. Sie schauen einen nicht direkt an. Sie kommunizieren nicht. Sie scheinen nichts zu erwarten. Sie haben eine starke Präsenz, der man sich nicht verweigern kann.

Zur Vernissage wird uns Prof. Valentin Rothmaler an seinem Atelierbesuch bei Katharina Gerold teilhaben lassen.

... Was ist es aber, was diese Stärke der Figuren erzeugt? In dieses Material und diese Farbtöne sind Formen geschnitten, die scharfe Schatten werfen. Es sind Figuren mit Charakter entstanden, deren akzentuierte Linien einen starken Willen und Unerschütterlichkeit vermuten lassen. Die Formen widersetzen sich dem Wunsch nach Geschmeidigkeit und geschliffener Belanglosigkeit.
Sie gefallen nicht und ziehen dennoch die Betrachtung auf sich. Man kann in ihnen lesen, als wären sie Ausdruck von Haltungen und Überzeugungen. Diesen Formen wohnt ein an Arroganz grenzendes Selbstverständnis inne, das unweigerlich zum Widerspruch herausfordern würde, wären es menschliche Wesen ... Friedrich Kühn, 2009

Artikel Berliner Zeitung (23.02.2015)
Artikel neues deutschland (7./8.03.2015)